Madeira ist weit mehr als nur ein sonniger Urlaubsort im Atlantik; die portugiesische Inselgruppe ist vulkanischen Ursprungs und bietet eine einzigartige Mischung aus subtropischem Klima und rauer Berglandschaft. Mit ihrer Hauptstadt Funchal zählt sie zu den beliebtesten Reisezielen Europas, wobei der geschützte Lorbeerwald als UNESCO-Welterbe besonders hervorzuheben ist. Trotz der kleinen geografischen Ausdehnung variiert die Topografie so stark, dass man auf engstem Raum von steilen Küstenklippen bis zu alpinen Höhenlagen wandern kann, was sie zu einem der vielfältigsten Naturparks der Welt macht.
Unser Aufenthalt fand Mitte März statt, eine Zeit, die man oft als Übergangsphase beschreibt. Das Wetter auf Madeira ist bekannt für seine Unberechenbarkeit, und wir durften das hautnah erleben. Es war sehr regnerisch, doch genau das ist es, was die Insel so grün macht. Immer wieder gab es aber auch sonnige Abschnitte, die das Licht dramatisch auf die Wolken und die Berge brachen. Man muss sich auf das „Vier-Jahreszeiten-Wetter an einem Tag“ einstellen, aber die Belohnung für die nassen Wanderstiefel ist eine Natur, die in einem intensiveren Grün leuchtet als sonst irgendwo.
Für uns standen ausgiebige Levada-Wanderungen ganz oben auf der Agenda. Die Levadas sind künstliche Wasserkanäle, die seit Jahrhunderten zur Bewässerung der Insel genutzt werden und heute als einzigartige Wanderwege dienen. Wir haben uns für die 25 Fontes (25 Quellen) entschieden. Dieser Wasserfall ist ein absolutes Highlight. Man wandert durch einen dichten Wald, bis man an eine kleine Lagune gelangt, aus der mehrere Wasserströme in die Tiefe stürzen. Ein Teil des Weges führt durch einen langen, unbeleuchteten Tunnel im Fels, was ein ganz besonderes Gefühl vermittelt. Nachdem wir uns an der Levada orientiert hatten, ging es weiter zur Levada do Furado. Bei unserem Besuch war es noch etwas neblig, was der Szene eine fast mystische Atmosphäre verlieh.
Ein weiterer Höhepunkt war die Wanderung durch den Lorbeerwald von Fanal. Dieser uralte Wald wirkt wie eine Zeitreise. Die Bäume sind oft von Moos bedeckt und in seltsame, krumme Formen gewachsen, was den Ort sehr verwunschen wirken lässt. Besonders wenn der Nebel hereinschwebt – was in Fanal häufig vorkommt – fühlt man sich, als würde man in einem Fantasy-Roman wandern. Hier war das Grün noch intensiver, fast schon unnatürlich, und die Stille war überwältigend.
Nach all den grünen Tälern wollten wir auch die raue Seite der Insel sehen. Die steile Küste Madeiras ist atemberaubend. Wir haben den Cabo Girão besucht, eine der höchsten Steilküsten der Welt. Ein Glasboden-Aussichtspunkt lässt einen direkt in die Tiefe blicken, wo sich die Wellen an die Klippen schlagen. Der Kontrast zwischen dem tiefblauen Ozean unten und dem grünen Grün oben ist einfach unvergesslich.
Madeira im März ist kein klassischer Badeurlaub, sondern ein Abenteuer für Naturliebhaber. Wer auf Regen gefasst ist und die Landschaft liebt, wird hier fündig.




























